2021-07-24 15:10:14

Studie beweist: Studierende müssen auch jenseits von MINT Mathe-Asse sein

Eine aktuelle Umfrage unter Lehrenden zeigt: intensive Mathe-Kenntnisse werden in zahlreichen Fächern an Universitäten vorausgesetzt. Durchgeführt wurde die Studie vom Kieler Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN). Auch Studierende jenseits der MINT-Fächer ( Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) benötigen ausführliche Mathekenntnisse wie die Studie belegt. 

Mathematik-Kenntnisse auch in Fächern wie Psychologie und Sportwissenschaft nötig

Die Studie zeigt weiterhin, dass von über 80 % der Studierenden in Deutschland zu Studienbeginn mehr als grundlegende mathematische Fähigkeiten erwartet werden. Jenseits  der MINT-Fächer, bei denen Matheanforderungen sowieso vorausgesetzt werden, würden diese laut Studienmachern auch häufig in Fächern verlangt, die man nicht sofort mit Mathe verbinde.

Zwar gebe es unter den jeweiligen Hochschullehrer:innen keine Absprache darüber, was an Mathematik-Kenntnisse vorausgesetzt wird. Es ließen sich aber verschiedene Gruppen von Studienfächern kennzeichnen, in denen das Lehrpersonal in etwa vergleichbare mathematische Fertigkeiten voraussetze. Zu diesen gehören beispielsweise Architektur und Raumplanung, Wirtschaftswissenschaften und Psychologie. Aber auch Studierende in sozialwissenschaftlichen Disziplinen wie Soziologie und Sportwissenschaft sowie in Publizistik und Soziale Arbeit sollten ein umfangreiches Mathe-Know-how vorweisen können.

Überforderung bis hin zum Studienabbruch

Demnach sollten die Studierenden ihren Dozent:innen zufolge nicht nur Brüche und Prozentrechnung beherrschen. Auch Stochastik, Analysis, Lineare Algebra sowie Fähigkeiten im Bereich des mathematischen Argumentierens gehören laut Studie auf die Liste der geforderten Mathematik-Kompetenzen.

Damit reichen die Erwartungen an die Studierenden über das Matheniveau der Sekundarstufe I bei weitem hinaus. Teilweise sei das Anspruchsniveau mit dem MINT-Bereich vergleichbar. Im Hinblick auf Stochastik würden in einigen der untersuchten Studiengänge sogar noch differenziertere Kenntnisse erwartet als in den herkömmlichen MINT-Fächern. So zum Beispiel in den Wirtschaftswissenschaften beim Verständnis der bedingten Wahrscheinlichkeit.

Die geforderten hohen Mathekenntnisse können bei einigen Studienanfängern zur Überforderung bis hin zum Studienabbruch führen, erklären Aiso Heinze, Irene Neumann und Dunja Rohenroth vom IPN Kiel. Viele Dozent:innen kritisieren, dass Studierende ihr Studium häufig mit falschen Erwartungen starteten. Umso wichtiger sei es, transparent zu machen, was die Studierenden erwarte und mit welchen Mathekenntnissen diese rechnen sollten. 

Über die Mathematik-Studie

Die oben beschriebene Untersuchung knüpft an die „MaLeMINT“-Studie an, die zwischen 2015 und 2017 untersucht hatte, welche Mathekenntnisse von Studierenden aus den ersten Semestern der MINT-Fächer erwartet werden. Die Folge-Studie „MaLeMINT-E“ sondiert nun die Bereiche jenseits von MINT.

An dem Forschungsprojekt, welches deutschlandweit durchgeführt wurde, beteiligten sich rund 550 Hochschullehrer:innen, deren Einschätzungen von den Machern der Studie erfasst, strukturiert und den Befragten dann zur erneuten Bewertung zurückgespiegelt wurden.

Die Studie zeigt, dass insbesondere Abiturienten, die ein Studium planen, ausreichende Mathematik-Kenntnisse aufweisen sollten. Wir von Mathelöser helfen sowohl Studierenden als auch Abiturienten dabei, ihr Mathe-Know-how aufzubessern. Dazu bieten wir zwei Services an. Zum einen unsere kostenfreien Online-Rechner. Zum anderen die Option Aufgabe hochladen

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