2020-11-11 20:05:04

Zum Rechnen geboren: Gibt es ein Mathe-Gen?

Die einen sind richtige Mathe-Asse und lösen jede Aufgabe, andere verzweifeln direkt bei den einfachsten Additionsaufgaben und können nichts mit Formeln und Zahlen anfangen. Aber woran liegt das? Sicherlich spielen die Unterrichtsqualität und die Lernbereitschaft eine entscheidende Rolle bei der Mathenote. Doch auch die genetische Veranlagung trägt einen entscheidenden Anteil bei. Dies lässt die Frage aufkommen, ob es so etwas wie ein Mathe-Gen gibt? Tatsächlich: Das Gen “Robo1” ist für unsere mathematischen Fähigkeiten (externer Link) verantwortlich. Es beeinflusst die Größe einer Hirnregion, in dem unser Verständnis für Mengen verankert ist, wie Max-Planck-Forscher herausgefunden haben. 

Robo1-Gen vergrößert Mathe-Hirnareale 

Für ihre Untersuchung, mit der herausgefunden werden sollte, welche Gene die mathematische Begabung fördern und wie diese das Gehirn beeinflussen, untersuchten sie bei 178 drei- bis sechsjährigen Vorschulkindern zunächst, ob sie eine oder mehrere von 18 Einzelnukleotid-Varianten in zehn mutmaßlichen “Mathe-Genen” in ihrem Erbgut trugen.

Über einen MRT-Scan verglichen die Wissenschaftler bei Kleinkindern anschließend das Volumen der grauen Hirnsubstanz im gesamten Gehirn ebenso wie in diesem enthaltenen Arealen, die dicht mit den mathematischen Fähigkeiten verknüpft sind. Der nächste Schritt war es, einige Jahre später die Ergebnisse eines mathematischen Standardtests auszuwerten, den diese Kinder im Alter von sieben bis neun Jahren absolviert hatten. Ziel der Untersuchung war es auch, zu prüfen, ob man deren mathematische Fähigkeiten vorhersagen kann.

Das Ergebnis: Bei neun der zehn untersuchten Gene gab es keinen eindeutigen Zusammenhang zum Hirnvolumen oder den Mathe-Fähigkeiten der Kinder. Bei einem Gen verhielt es sich jedoch anders. Dies war das Robo1-Gen. Dieser Name kommt nicht von etwaigen Roboter-Intelligenzen, sondern von „roundabout homolog“. 

Im Rahmen der Untersuchung stellten die Forscher fest, dass die Kinder, die dieses Gen trugen, ein wesentlich höheres Volumen an grauer Hirnsubstanz im hinteren Teil des rechten parietalen Cortex besaßen als die anderen Kinder. Auch ein angrenzender Hirnbereich (intraparietaler Sulcus) war bei den Trägern dieses Gens stärker ausgeprägt. Dies ist wenig verwunderlich, denn das Robo1-Gen überwacht die Wanderung der Nervenzellen während der Embryonalentwicklung und sorgt dafür, dass sie korrekt platziert werden. Dadurch hat das Robo1-Gen einen direkten Einfluss auf die Ausstattung der Hirnrinde und damit auch auf die Ausstattung des Scheitellappens. Im Interparietalen Sulcus, ist die Fähigkeit angesiedelt, Mengen und Zahlengrößen abzuschätzen. Menschen mit einer Dyskalkulie, einer Rechenschwäche, tun sich damit schwer. Laut Forscher könnten Volumenunterschiede in diesem Hirnbereich erklären, warum einige kleine Kinder Mengen besser erkennen als andere.

Besser in Mathearbeiten durch das Robo1-Gen

Die Auswirkungen des “Mathegens” haben auch Auswirkungen auf die Leistung im Matheunterricht. Denn die Kinder, die dieses Gen besaßen, schnitten im zweiten Schuljahr in den mathematischen Tests deutlich besser ab als ihre Mitschüler ohne dieses Gen. Ihr Mathe-Vorsprung war zudem eng mit dem größeren Hirnvolumen in den Mathe-Arealen verknüpft. Genetische und entwicklungsbiologische Studien ergaben zudem, dass das Robo1-Gen zum Wachstum von Neuronen im Cortex beitragen kann. Gleichzeitig bestätigen diese Ergebnisse, dass sich die mathematische Begabung schon im frühen Kindesalter manifestiert. Denn bereits dann haben einige Kinder offenbar ein besser ausgeprägtes Mathezentrum in ihrem Gehirn. Entsprechende Förderung durch Eltern aber auch durch bestimmte Institutionen und Lehrangebote können diese Begabung unterstützen. 

Vor allem in den späteren Jahren zeigt sich dann, dass der Lernaufwand, der für Mathematik betrieben wird, je nach Schüler unterschiedlich ist. Während die einen gut mitkommen, müssen andere viele Stunden lernen und oder Nachhilfeunterricht in Anspruch nehmen. Wir von Mathelöser bieten schnelle und professionelle Hilfe für alle an, die Schwierigkeiten im Fach Mathe haben. Dazu zählen: Unsere praktischen kostenfreien Online-Rechner, professionelle Online-Nachhilfe oder unser Aufgaben-Service

 

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