2021-01-19 14:48:30

TIMSS-Studie: Viertklässler haben Nachholbedarf in Mathematik

Deutsche Viertklässler haben zu wenig Grundkenntnisse in Mathematik und Naturwissenschaften. Außerdem ist die Gruppe der leistungsstarken Schüler deutlich kleiner als in anderen Industriestaaten. Dies zeigt die aktuelle TIMSS-Studie (externer Link).

Schüler haben immer weniger Interesse am Fach Mathematik 

Zwar sind die Schüler im vergleich zu den vergangenen Jahren nicht schlechter geworden, dennoch sind ein Viertel der älteren Grundschüler hierzulande leistungsschwach. Ihre Leistungen liegen unter dem OECD- und dem EU-Durchschnitt. Und der Abstand zur Weltspitze wird immer größer.  

Während sich Deutschland im internationalen Vergleich im unteren Mittelfeld auf Platz 25 befindet, liegen insbesondere asiatische Länder wie Singapur, Hongkong, Südkorea, Taiwan und Japan vorn. Schlusslichter sind Südafrika, Pakistan und die Philippinen. Ähnlich wir in den Jahren zuvor erzielten die Grundschüler im Fach Mathematik ganze 521 Punkte. Damit lagen sie zwar über dem internationalen Mittelwert (501 Punkte) aller 58 teilnehmenden Staaten, aber deutlich unter den Mittelwerten der teilnehmenden EU-Staaten und OECD-Staaten. Diese erzielten einen Mittelwert von 527 Punkten. 

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass Viertklässler in Deutschland sowohl zunehmend weniger Interesse am Fach Mathematik haben als auch die positive Einstellung an diesem Fach verlieren. Nur noch wenige Viertklässler haben Spaß und Interesse an Mathematik. Demzufolge besitzt aktuell jeder vierte Grundschüler nur noch elementares Wissen in diesem Fach. In vorherigen Umfragen wie in den Jahren 2007 und 2011 war diese Zahl jedoch deutlich geringer.

Schüler aus wohlhabenderen Familien sind besser in Mathematik

Das Ergebnis ist für Deutschland besonders dramatisch, da hierzulande der Bedarf an Fachkräften in den MINT-Fächern äußerst hoch ist. Schulministerin Stefanie Hubig äußerte sich zu der Studie und räumte ein, dass Deutschland weiterhin Nachholbedarf hat. Eine besondere Herausforderung sei, dass der Bildungserfolg immer noch stark von der Herkunft und dem Einkommen der Eltern abhängt. Dieser Zusammenhang ist in Deutschland extrem stark, das zeigt sich regelmäßig auch in den Pisa-Studien zu den Kenntnissen der 15-jährigen Schüler. Und die Lage hat sich nach der ersten TIMSS-Studie im Jahr 2007 nicht verbessert, sagte Studienleiter Knut Schwippert von der Universität Hamburg. Knapp ein ganzes Jahr Leistungsvorsprung in Mathematik haben Kinder aus sozial besser gestellten Familien. Zudem zeigen viele Grundschüler nur schwache Leistungen. 

Um hier gegenzusteuern sind mehrere Maßnahmen geplant. Laut Hubig wollen Bund und Länder zunächst in diesem Jahr eine gemeinsame Initiative namens “Schule macht stark” starten. Auch müsse das Ziel sein, alle Kinder bereits im Kindergarten zu fördern sowie die Ganztagsschulen weiter auszubauen. Ein weiteres Programm richtet sich an leistungsstarke Schüler, die im internationalen Vergleich deutlich kleiner sind. 

Zudem stellte die Studie fest, dass die Leistungsunterschiede zwischen Mädchen und Jungen in Naturwissenschaften abgenommen haben. Grund dafür ist, dass die Jungen schlechtere Leistungen erbrachten und sich an das Niveau der Mädchen annähern. Im Fach Mathematik haben weiter die Jungs die Nase vorn. 

Auch das nationale Mint-Forum reagiert alarmiert auf die Studien-Ergebnnisse: „Wir dürfen es nicht länger akzeptieren, dass gut ein Viertel der deutschen Viertklässler in den Fächern Mathematik und Naturwissenschaften nicht über die untersten beiden Kompetenzstufen hinauskommt. Die Kinder verpassen hier Chancen für ihre Zukunft, und wir versäumen es als Gesellschaft, uns mit einer starken MINT-Bildung angemessen für die großen Herausforderungen wie Digitalisierung und Dekarbonisierung aufzustellen“, mahnte die Sprecherin des Forums Edith Wolf. Auch ist sie der Ansicht, dass diese Problematik den anhaltenden MINT-Fachkräftemangel nicht mildern werde. Wolf rät zu curricular verankerter Zusammenarbeit in den MINT-Fächern mit außer­schulischen Lernorten.

Knapp 5.000 Schüler haben an der Mathe-Studie teilgenommen

Die internationale TIMSS-Studie wird alle vier Jahre durchgeführt. An der Studie, deren Daten im vergangenen Jahr erhoben wurden, nahmen weltweit 300.000 Schüler aus 58 Staaten teil. In Deutschland waren dies 4900.

Die vollständige Studie kann auf der Website von TIMSS (externer Link) heruntergeladen werden.

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