2021-01-12 21:39:59

Die Geschichte der Statistik und wie sie uns im Alltag nützt

Statistiken gehören mittlerweile zu unserem Alltag. Doch das war nicht immer so. Denn obwohl die Wurzeln der Statistik sogar bis weit vor Christi Geburt zurückgehen, fand die erste Volkszählung in Deutschland erst in 1449 statt. Was eine Statistik ausmacht und wofür sie verwendet wird, haben wir für euch zusammengetragen. 

Was eine Statistik ausmacht

Statistik nennt man das Teilgebiet der Mathematik, das sich mit der mathematischen Erfassung und Auswertung von Massenerscheinungen befasst. Also mit Erscheinungen, die an Gesamtheiten von vielen Objekten beobachtbar sind. Die Statistik lässt sich in zwei Bereiche unterteilen: 

  • beschreibende Statistik 

  • beurteilende Statistik

Die beschreibende Statistik beschäftigt sich damit, empirisches Material über Zufallsgrößen zu sammeln und geeignet darzustellen. Meist wird bei diesem Bereich die Verteilung von Häufigkeiten graphisch dargestellt und durch statistische Lagemaße und statistische Streuungsmaße charakterisiert. 

Das statistische Material entstammt dabei einer Stichprobe, welche Auskunft über die Verteilung der untersuchten Merkmale in der Grundgesamtheit geben soll. 

Die Aufgabe der beurteilende Statistik dagegen ist es, aus dem statistischen Material Rückschlüsse auf die Grundgesamtheit zu ziehen. Diese Rückschlüsse sind immer mit einer gewissen Unsicherheit behaftet, sodass die Aussagen der beurteilenden Statistik stets Wahrscheinlichkeitsaussagen sind. Die Grundgesamtheit steht für die Menge an Personen (oder Gegenständen), über die man etwas herausfinden möchte. Die Menge der “Untersuchungseinheiten”, auf die die Ergebnisse einer statistischen Analyse verallgemeinert werden sollen, bezeichnet man als Grundgesamtheit oder Population. Dabei muss die Grundgesamtheit muß sowohl sachlich als auch räumlich und zeitlich exakt definiert werden.

Das wesentliche Hilfsmittel der beurteilenden Statistik ist demnach die Wahrscheinlichkeitsrechnung. Wesentliche Aufgaben der beurteilenden Statistik sind das Schätzen von Wahrscheinlichkeiten und das Testen von Hypothesen. 

Erste Statistik bereits vor Christi Geburt

Die Wurzeln der amtlichen Statistik reichen bis weit vor Christi Geburt zurück. Die ersten Statistiken waren Volkszählungen (vermutlich erstmals in Ägypten um rund 2.700 v. Chr., während der Xia-Dynastie zirka 2000 v. Chr., in der Stadt Mari in Mesopotamien zirka 1700 v. Chr.). Bereits antike Herrscher wollten sich zu vorchristlichen Zeiten ein genaueres Bild vom Zustand ihres Staates machen und Informationen über die Verhältnisse im Lande erlangen. Weil der Staat sich schon damals aus vielen Teilen wie z. B.Menschen, Tieren, Weideflächen zusammensetzte, ging es darum, eine insgesamte Vorstellung über den Zustand dieser “Massen” zu gewinnen. Die Information über die Zahl der Sklaven, Krieger, Frauen, Kinder, Rinder, Pferde, Boote, Ackerflächen etc. war für die Staatslenker von strategischer Bedeutung für ihre Entscheidungen. So geht es auch heute noch bei der Statistik um das zahlenmäßige Erfassen, Klassifizieren, Auswerten, Analysieren und Präsentieren von Daten über Massen, Gesamtheiten oder Populationen. 

In Europa wurde das Thema Statistik viel später bekannt. In Deutschland z. B. fand die erste Volkszählung 1449 in Nürnberg statt. Die Stadtverwaltung wollte die Bevölkerung und Vorräte erfassen, um zu entscheiden, ob man Flüchtlinge aus dem Markgrafenkrieg noch in der Stadt aufnehmen. Umfangereiche Statistiken wurden zunächst vom Franzosen Colbert 1665 mit der Einrichtung einer Handelsstatistik. Später, um 1870 hatten bereits die meisten großen Staaten in Europa moderne statistische Behörden. Für die Einheitlichkeit sorgen sogenannte Qualitätsnormen. Diese wurden auf den Konferenzen des Statistischen Kongresses (1853–1878) formuliert. Während heutzutage jeder durch z. B. das Internet Statistiken einsehen kann, wurden die erstellten Statistiken damals nicht veröffentlicht und galten als Staatsgeheimnisse.

Wofür Kenntnisse in Statistik benötigt werden

Beim Fernsehschauen oder dem Zeitunglesen, werden stoßen wir täglich auf  Zahlen, Diagramme oder statistische Daten. Von den aktuellen Umfrageergebnissen bis zu wichtigen medizinischen Durchbrüchen werden Fakten und Zahlen genannt. 

Statistiken haben zum Ziel, bestimmte Phänomene und Fälle zu erklären und zu verdeutlichen. Statistiken sind sowohl in der Politik als auch in allen gesellschaftlichen Bereichen zu finden. In nahezu jeder wissenschaftlichen Fachdisziplin sind statistische Methoden und Instrumente enthalten. Insbesondere in der Wirtschaft sind Statistiken ein beliebtes Thema. Sie kommen in z. B. folgenden Bereichen vor: 

  • Marktforschung

  • Arbeitnehmerstatistik

  • Finanzanalysen

  • Vorhersagen

  • Produktplanung

  • Prozess- und Qualitätskontrollen

Die Statistik ist ein umfassendes Thema und aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. 

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